Hagen Reinhold

„Die maritime Wirtschaft braucht einen klaren Zukunftskurs“

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Zum heutigen Start der 12. Nationalen Maritimen Konferenz (NMK) äußert sich der Beauftragte für die maritime Wirtschaft der FDP-Bundestagsfraktion und Rostocker Bundestagsabgeordnete Hagen Reinhold:

„Ich freue mich sehr, dass die diesjährige Nationale Maritime Konferenz in Rostock sattfindet und Aufmerksamkeit auf die maritime Wirtschaft lenkt. Gerade jetzt braucht die Branche dringend einen politischen Kursabgleich.

Jedoch ist es bedauerlich, dass die Bundesregierung seit der letzten NMK zwar viele sinnvolle Einzelmaßnahmen in Angriff genommen, aber keine klare Strategie verfolgt und umgesetzt hat. Stattdessen wurde die Branche auf EU-Ebene sogar einseitig belastet. Die vorzeitige Einbeziehung in den Emissionshandel und die Richtlinien der EU Taxonomy verzerren den internationalen Wettbewerb massiv. Zeitgleich befindet sich die gesamte Branche in der schlimmsten Krise seit Jahren.

Die Bundesregierung möchte diese nun dadurch überwinden, dass die deutsche Industrie mit dem Null-Emission-Schiff Marktführer in einem neuen Segment werden soll. Durchaus wünschenswert – bis es so weit ist, braucht die Industrie aber eine Zwischenperspektive. Hier muss die Politik mit guten Rahmenbedingungen unterstützen. Aktuell ist das nicht der Fall.

Dabei haben wir in Deutschland grundsätzlich die Voraussetzung, um auch in Zukunft ganz vorne mitzuspielen. Anders als die Bundesregierung glaube ich aber nicht, dass die Umstellung auf eine emissionsfreie Schifffahrt über Nacht funktionieren kann. Es fehlt weltweit an der nötigen Infrastruktur in den Häfen, der Bezahlbarkeit und auch eine globale Verabredung, nur noch emissionsarme oder –freie Schiffe zu nutzen. Bis sich das ändert, braucht die Industrie aber ein ‚Brot-und Butter-Geschäft‘, damit sie auch ohne Subventionen erfolgreich wirtschaften können.

Schließlich hängen an der maritimen Wirtschaft mehr als ‚nur‘ die 400.000 Arbeitsplätze. Als Handelsnation sind wir von einer funktionierenden Schifffahrt und internationalen Lieferketten abhängig. Das hat auch die Pandemie gezeigt. Sollte die Branche verschwinden, würden sich nicht nur unsere Konkurrenten aus Fernost freuen, sondern auch viele Arbeitsplätze und Industriezweige außerhalb der maritimen Wirtschaft wären gefährdet.“

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